Kommentar: Das Theater um die Josefstadt

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 43/01 vom 24.10.2001

Als Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny Ende Juni die radikale Parole "Ab sofort wird alles ausgeschrieben!" ausgegeben hatte, wurde unter anderem an dieser Stelle angemerkt, dass "eine Ausschreibung nicht in jedem Fall der Weisheit letzter Schluss sein" könne (Falter 27/01). "Zum Beispiel bewerben sich Stars nur ungern um einen Posten; sie wollen höflich gebeten werden. In solchen Fällen wird man also zu kleinen Tricks greifen müssen; wenn es nicht nur um möglichst transparente, sondern auch um möglichst gute Lösungen geht, wird die Formel ,Alles wird ausgeschrieben!' nicht ganz zu halten sein."

Dreieinhalb Monate später wurden die Grenzen des Prinzips Ausschreibung deutlich aufgezeigt: Das Gerangel um die künstlerische Leitung des Theaters in der Josefstadt ab 2003 (siehe auch Seite 24) mag formaldemokratischen Mindeststandards entsprochen haben, tatsächlich aber war die Ausschreibung eher eine Farce. Alle drei beteiligten Parteien - Stadtrat Mailath-Pokorny, Staatssekretär

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