Melancholie im Oktober

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 43/01 vom 24.10.2001

Theater. Auf seinem Siegeszug durch die Schauspielhäuser Europas ist der norwegische Autor Jon Fosse nun auch in Wien gelandet. Der Erfolg seiner mysteriösen Stücke hat auch seine virtuosen Romane bekannt gemacht. 

Es ist immer so furchtbar unsexy, über Sex zu reden", bemerkt der Protagonist von Jon Fosses Stück "Traum im Herbst", das vorige Woche im Akademietheater Premiere hatte. Mit Gott verhalte es sich genauso. "Je mehr man darüber redet, über Sex, ja, und je mehr man über ihn redet, über Gott, ja, desto mehr verschwindet das, worüber man redet, und zum Schluss ist nur noch das Gerede übrig."

  Dass der Mann und die Frau, die einander in dem Stück begegnen, tatsächlich über Sex reden, ist eher untypisch für Fosses Texte. Gott aber - oder was auch immer es ist, was über den menschlichen Verstand geht - ist in seinem Werk ständig präsent. Der Autor selbst spricht nur ungern darüber. "Ich glaube, dass es falsch ist, über Gott zu reden", sagt er beim Interview am


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