OHREN AUF! Leben in Projekten

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 43/01 vom 24.10.2001

Wer auch immer ihn hervorgebracht hat - die Postmoderne, das Musikbusiness, der Neoliberalismus oder alle drei zusammen - der Musikertypus, den auch der aus Philadelphia stammende und in New York lebende Pianist Uri Caine repräsentiert, ist weit verbreitet und erfolgreich: Er spielt nicht einfach ein Instrument in einer seit Jahren bestehenden Band, sondern springt von Projekt zu Projekt: Ach wie gut, dass jeder weiß, dass ich auf Genregrenzen scheiß!

Heroen musikalischer Flexibilisierung wie der zwischen Hardbop und Hardcore, Cartoon-Music und Klezmer zappende John Zorn oder der Produzent Hal Willner mit seinen Musiker unterschiedlichster Herkunft zusammenspannenden Tribute-Alben haben den Weg gewiesen. Es wäre freilich unfair, wollte man Caine, der vor allem durch seine Gustav-Mahler-"Verjazzung" bekannt wurde (und sich später auch mit Robert Schumann und Bach befasste), bloß als einen "follower of fashion" abtun. Insofern ist es gut, dass "Solitaire" (Winter&Winter / edel) wieder


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