Trinken nach Noten

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 43/01 vom 24.10.2001

Musik. Im MuQua wird ein Rausch in zehn Abteilungen inszeniert - nach antikem Vorbild und mit zeitgenössischer Musik. 

Gustav Mahler auf nüchternen Magen: ein harter, aber sicher kein schlechter Einstieg in das Symposion, das die Operngruppe NetZZeit und das Klangforum Wien in der Halle E des MuQua veranstalten; denn die Orientierungslosigkeit der rund 200 Teilnehmer ist zunächst groß, und ein paar vertraute Klänge des spätromantisch-frühmodernen Komponisten schaffen schnell die heimelige Atmosphäre, die nötig ist, um sich in einer gänzlich ungewohnten Situation einzurichten.

  Ungewohnt - das ist beinahe untertrieben für diesen knapp achtstündigen Abend, der kaum etwas mit gängigen Theater- oder Konzertveranstaltungen zu tun hat und schon gar nichts mit einem herkömmlichen Symposion. Statt auf harten, knarrenden Stühlen endlose Vorträge durchleiden zu müssen, darf sich das Publikum hier bequem auf Futons legen, allerfeinster Musik der letzten fünfzig Jahre lauschen


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