TIER DER WOCHE: Revanchismus

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 43/01 vom 24.10.2001

Fische sind nicht nur gänzlich lidlos, sondern manchmal auch völlig lieblos. Wie zum Beispiel jener Wels, der unlängst in Deutschland einen jungen Dackel, der in der Uferzone planschte, gefressen hat. Diese Fischart kann bis zu drei Meter lang und mit 150 Kilogramm für einen Süßwasserfisch recht unfreundlich werden, wie die Hundebesitzer entsetzt feststellen mussten. Die deutschen Anglerverbände stehen Rute bei Fuß und haben sich in einer Presseaussendung dazu bekannt, nicht eher zu ruhen, bevor sie das schuppige Untier zur Strecke gebracht haben. Rache dürfte sich auch jenes Ehepaar geschworen haben, das ich dieses Wochenende in der Lobau beim Fischfüttern beobachten konnte: Statt altes Brot in kleinen Stückchen ins Wasser zu werfen, schleuderten die beiden ihre Zementwecken im Ganzen den schnappenden Karpfen entgegen, denen nichts anderes übrig blieb, als zerstört zu Boden zu sinken.

Viel schlimmer betroffen von revanchistischen Akten ist der Schneeleopard (Panthera uncia),


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