STANDPUNKT: Schlepperhelfer

Politik | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

In Zukunft soll es für Asylwerber nicht mehr möglich sein, bei der österreichischen Botschaft ihres Heimatlandes einen Asylantrag zu stellen. Die Asylgesetze an die Realität angleichen, nennen ÖVP und FPÖ diesen Vorstoß. Es stimmt, dass ein überwiegender Teil der Asylanträge erst in Österreich gestellt wird. Das mag aber wohl daran liegen, dass die Chancen, bei einem Asylantrag aus dem Ausland tatsächlich Asyl zu erhalten, gleich null sind. Kann man aber im Ausland keinen Antrag mehr stellen, werden Flüchtlinge gezwungen, irgendwie über die österreichische Grenze zu kommen, um hier Asyl erhalten zu können. Und das funktioniert zumeist nur mithilfe von Schleppern. Auch das Argument, dass eine solche Praxis auch in Ländern wie Deutschland oder Schweden üblich ist, vermag nicht wirklich zu überzeugen. Denn durch die Neuregelung zwingt Innenminister Ernst Strasser, ÖVP, Flüchtlinge, einen Haufen Geld an verbrecherische Schlepperorganisationen zu bezahlen und zusätzlich noch ihr Leben zu riskieren, um ihren Verfolgern zu entkommen und in Sicherheit zu gelangen. Da wäre es doch wohl sinnvoller und näher an der Realität, Asylanträge aus dem Ausland künftig sorgfältig und ehrlich zu prüfen, anstatt Menschen ihr ganzes Hab und Gut verkaufen zu lassen, damit sie eine Flucht nach Österreich finanzieren können. N. H.


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