Taipeh Stories

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

FILM. Edward Yang, bedeutender Auteur des taiwanesischen Kinos, legt mit "Yi Yi" ein behutsames Familienepos vor. 

Szenen eines Familienfestes: Das Brautpaar posiert für ein Porträtbild, schnatternde Frauen scheuchen die Kinder ins Gruppenbild, Männer stehen abseits und rauchen. Später wird die Kamera in weiten Einstellungen die Räumlichkeiten des Hochzeitbanketts erkunden, Eifersuchtsdramen, Geschäfte, die im Hintergrund verhandelt werden, am Bildrand entdecken, kleine Fluchten und verhängnisvolle Begegnungen sichtbar werden lassen.

  So beginnt Edward Yangs "Yi Yi" (deutsch: "Und eins, und zwei") das langsame und behutsam entwickelte Porträt einer Familie im heutigen Taiwan. Drei Generationen der Familie Jian leben gemeinsam in einer Wohnung am Rande der Stadtautobahn von Taipeh. Durch die Fenster dringen immer wieder Lärm und Lichter der Großstadt; in der Stille der kleinbürgerlichen Wohnung verteilen sich die Generationen auf ihre Zimmer: NJ, der Familienvater, sucht, so


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