Schau, Spiel, Haus

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

THEATER. Barrie Kosky, neuer Co-Direktor des Schauspielhauses, stellt sich mit "Medea" als erfrischend theaterverliebter Regisseur vor.  

Fangen wir von hinten an: Medea hat ihre Kinder ermordet und ist abgegangen, Vater Jason bricht verzweifelt zusammen. Das Licht geht aus, der Applaus bricht los: Im neuen Schauspielhaus hat die erste Premiere stattgefunden, und es ist gut gegangen. Die Kritiken sind euphorisch, an der Abendkasse raufen sich die Menschen um Restkarten. (Die starke Nachfrage hängt zwar auch mit dem begrenzten Angebot zusammen, aber auch 54 Plätze müssen erst einmal verkauft werden.)

  Sie fangen von hinten an: Die neue Ära im Schauspielhaus beginnt auf der Hinterbühne. Über den Innnenhof und eine enge, dunkle Treppe betritt man einen intimen, hermetischen Raum (Bühnenbild: Michael Zerz) mit schmutzig-rotgoldenen Wänden: Regisseur Barrie Kosky, der in einer Ecke höchstpersönlich am Pianino sitzt, inszeniert "Medea" als Salontragödie und strenges Kammerspiel.


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