Schiller, Sound, Sog

KARIN CERNY | Kultur | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

THEATER. Altbacken, aber es wirkt: Andrea Breth inszeniert "Maria Stuart" am Burgtheater. 

Wenn das Protestantische die Welt der Sprache ist und das Katholische die der Bilder, dann war das Theater der Andrea Breth schon immer eher protestantisch. Am Anfang war das Dichterwort. Verpflichtend für jede Inszenierung gilt deshalb: keine Tat, die nicht aus dem Wort entspringt. Die Regie dient dem Text, nicht umgekehrt. So konservativ dieser Purismus ist, seine Stärke sieht man nun an einer gestochen scharfen "Maria Stuart" am Burgtheater. Es scheint, als hätte Breth nach einem ausufernden "Käthchen von Heilbronn", das nur so strotzte von verquasten Bildern und egomanischen Schauspielern, zu einer neuen Klarheit gefunden. "Maria Stuart", das große Frauenduell zwischen der schottischen Katholikin Maria Stuart und der englischen Protestantin Elisabeth, ist aus einem Guss. Ob man diese Inszenierung mag, hängt allerdings sehr davon ab, inwiefern man bereit ist, in einen Schiller-Sound-Sog

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