Kelis im Wanderland

GERHARD STÖGER | Kultur | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

MUSIK. Mit ihrem zweiten Album "Wanderland" macht sich Kelis zur heißesten Anwärterin auf den R&B-Thron. Mit dem "Falter" sprach sie über ihre ambivalente Haltung zum Feminismus und ihren Anspruch, Musikgeschichte zu schreiben. 

Meine neue Platte ist eine klare Weiterentwicklung, ein persönlicher Schritt nach vorne." Beschreibt eine Musikerin ihr neues Werk ausschließlich mit solchen Plattitüden, schellen beim Interviewer die Alarmglocken: Normalerweise tarnen derartige Phrasen den Umstand, dass dieselbe alte Suppe in aufgewärmter Form noch einmal serviert werden soll. "Normalerweise" ist freilich eine Kategorie, die im Kosmos der New Yorker Sängerin Kelis nicht existiert, und die Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit, mit der die 21-Jährige ihre Kunst betreibt, verleiht selbst ihren Marketingsprüchen noch Glaubwürdigkeit.

  Mit ihrem "Wanderland" betitelten "Schritt nach vorne" schickt sich die junge Frau dieser Tage jedenfalls an, vom viel beachteten Talent in der Welt des US-amerikanischen

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