Böses Unkraut, totes Reh

Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

MUSIK. Es wächst zusammen, was zusammengehört: Der enigmatische Scott Walker hat das jüngste Album von Pulp produziert und mit angemessen üppigen Arrangements ausgestattet. 

Gewappnet mit Cord-Sakkos und infektiösen Refrains war es Pulp Mitte der Neunzigerjahre endlich gelungen, nach anderthalb Jahrzehnten verkannten Dahinstrudelns der Obskurität zu entsteigen. Prompt wurde die aus der Industriestadt Sheffield stammende Band von der im chauvinistischen Rausch befangenen Musikpresse zur patriotischen Front des Britpop gerechnet. Dabei ähnelte der dramatische Duktus im Gesang ihres schlacksigen Sängers Jarvis Cocker vor allem dem eines Franzosen (Serge Gainsbourg) und dem eines Amerikaners: Scott Walker, 1944 in Hamilton/Ohio, unter dem bürgerlichen Namen Noel Scott Engel und dem dazu passenden goldenen Haar geboren, hatte in den Sechzigerjahren als Hauptstimme der Walker Brothers die bittersüßen, aber sauschweren Balladen von Bacharach und David mit kräftigem Bariton in die


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