Musik für die Augen

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 44/01 vom 31.10.2001

HÖREN & SEHEN. Das Festival Wien Modern widmet sich heuer der Visualisierung von Musik und greift damit eine jahrtausendealte Tradition auf. 

Absolute Dunkelheit. Zehn Menschen stolpern, verunsichert um sich tastend, durch einen Wald. Plötzlich ohrenbetäubender Autolärm: Wie aus dem Nichts ist eine Straßenkreuzung aufgetaucht - unsichtbar, aber unüberhörbar. Die kleine Gruppe muss noch die Kreuzung überqueren, sich ihren Weg durch einen dunklen Markt bahnen und in einer stockfinsteren Bar einen Drink nehmen. Dann erst wird eine Tür geöffnet, und die Augen der zehn "Blinden" gewöhnen sich langsam wieder ans eindringende Tageslicht ...

  Vor einigen Jahren war im Naturhistorischen Museum Wien die Hamburger Ausstellung "Dialog im Dunkeln" nicht zu sehen. In vier komplett abgedunkelten, ansonsten aber originalgetreuen Nachstellungen öffentlicher Alltagsräume konnten zehnköpfige Besuchergruppen die Welt ansatzweise wie Blinde wahrnehmen: mit Taststock und Tastsinn, mit der Nase


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