DOLM DER WOCHE: K. H. Grasser

Politik | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

"Ein bisschen Bauchweh" hat er beim Aufstieg schon gehabt, verrät uns der Finanzminister: "Ich hab mir gedacht, warum tu ich mir das an? Aus Streben nach Selbstbestätigung?" Mag sein. Vielleicht lag es ja auch einfach nur an den mitkraxelnden Krone-Journalisten, dass Grasser die Südspitze des Stephansdoms bestieg, "um seinen inneren Schweinehund zu besiegen". Man erfährt jetzt, dass der Minister oben auf der Turmspitze nicht mit "Berg Heil!" ("das wäre nicht sehr pietätvoll") gratuliert hat, sondern der Krone-Seilschaft auf die Schultern klopfte. Unten in der Kirche hatte er vor den "sakralen Kunstwerken" sogar "das Knie gebeugt, als keine Kamera auf ihn gerichtet" war. Der Dank des Journalismus ist ihm sicher: "Der Stephansdom, ein Bollwerk des christlichen Abendlandes", schreibt die Krone, "hat schon viele Stürme überstanden. Er ist irgendwie die Seele unseres Landes." Die wäre somit auch bestiegen.


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