Ach, wie schön ist Temelín!

EVA WEISSENBERGER/Temelín | Politik | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

ATOMDORF. Ganz Österreich ist gegen Temelín. Dabei leben in dem verschlafenen südböhmischen Nest ganz reizende Menschen in einer malerischen Landschaft.

Überkreuzte Dreschflegel oder doch besser ein Ballen Stroh? Seit 1997 suchte der ganze Ort nach einem Motiv für ein Wappen. Es wurden Komitees gebildet, Spezialisten zu Rate gezogen, Entwürfe gezeichnet - und wieder verworfen. Im November des Vorjahres einigte sich der Gemeinderat schließlich auf eine Apfelblüte mit fünf gelben Blättern auf rot-weißem Hintergrund.

  Selig ein Dorf, das keine anderen Sorgen hat.

  Im südböhmischen Temelín in der Nähe von Budweis wohnen 310 Menschen. Seit über hundert Jahren hält sechsmal am Tag ein Zug in Temelín. Es gibt ein Wirtshaus, zwei Greißler, eine Volksschule, einen Kindergarten, eine Kapelle, ein Kriegerdenkmal, ein Postamt, eine Bushaltestelle. Zwei Löschteiche und ein Feuerwehrauto aus den 60er-Jahren. In dem Schaukasten um die Ecke hängt schon ein Bild des neuen Traumlöschwagens.

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