Kommentar - Hans im Glück: Gratzer in der Josefstadt

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Das Rennen um die künstlerische Leitung des Theaters in der Josefstadt endete mit einem Außenseitersieg. Weil sowohl Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny als auch Kunststaatssekretär Franz Morak kein Glück mit ihren jeweiligen Wunschintendanten hatten, einigten sie sich überraschend schnell auf eine Kompromisslösung namens Hans Gratzer.

Dass der Name Gratzer im sich über Wochen und Monate hinziehenden Josefstädter Direktorenraten immer wieder gefallen war, hatte insofern noch nicht viel zu besagen, als Gratzer in den vergangenen zwanzig Jahren schon für praktisch alle großen Wiener Bühnen irgendwann einmal im Gespräch war. Überraschend allerdings, dass sich Hans Gratzer überhaupt beworben hat: Hatte der Gründer des Schauspielhauses, das er fast zwei Jahrzehnte lang führte, nicht erst vor einem Jahr resigniert davon gesprochen, sich ganz auf die Oper verlegen zu wollen?

Die Vorgeschichte: Weil sich Mailath-Pokorny und Morak


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