Wenn Frauen schauen

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

FILM. Michael Haneke hat Elfriede Jelineks "Klavierspielerin" verfilmt und der barock ausufernden Sprachwut der Autorin sein protestantisch strenges Kino entgegengesetzt. Durchaus mit Erfolg. Elfriede Jelinek jedenfalls ist von dem Ergebnis sehr angetan. 

Nach den "Ausgesperrten", die Franz Novotny 1982 verfilmt hat (siehe Kasten), ist Michael Hanekes "Die Klavierspielerin" die zweite Adaption eines Romans von Elfriede Jelinek fürs Kino. Und damit, so mutmaßt die Autorin im Gespräch mit dem Falter, auch die letzte, denn von den anderen Büchern ließen sich - unter der Voraussetzungen einer strengen Stilisierung - allenfalls noch "Die Liebhaberinnen" verfilmen (Jelinek: "Das wär was für die Lisl Ponger").

  Ganz unstreng ist freilich auch Michael Hanekes Inszenierung nicht, worin gewiss auch ein Reiz dieser Begegnung zweier Künstler liegt, die zugleich ähnlich und völlig verschieden sind. Die Arbeiten beider basieren auf "starken" Annahmen über den Zustand einer Gesellschaft,


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