Oper, Opfer, Opapas

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

FILM. Nicolas Cage besetzt eine Insel, besingt die Liebe und lässt vor dem idyllischen Hintergrund des Zweiten Weltkriegs "Corellis Mandoline" erklingen. 

Zur Zeit sind zwei Filme im Kino, die den Krieg als Oper interpretieren. "Apocalypse Now Redux" deutet den Vietnamkrieg als vernichtungstechnologisches Spektakel und Gesamtkunstwerk: Zu Wagners Walkürenritt bombardieren US-Helikopter ein Dorf. Die britisch-französisch-amerikanische Koproduktion "Corellis Mandoline" hält es mit italienischer Oper: "Heil Puccini!", erwidert Nicolas Cage in der Titelrolle den Hitlergruß eines Nazioffiziers. Als Hauptmann in Mussolinis Armee lässt er den Italiener raushängen, dem Musik, Essen und Liebe über alles gehen. Weltkriegswirklichkeit und die Zackigkeit deutscher Waffenbrüder sind ihm so fremd, dass die Eindeutschung des Originaltitels ("Captain Corelli's Mandolin") ihm gleich den militärischen Rang aberkennt. Wie Touristen frönen Corelli und Kameraden als Besatzer auf einer griechischen


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