Unerhört hörbar

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

FILM & MUSIK. Wien Modern widmet sich dem Dialog von Sicht- und Hörbarem auch anhand einiger sehr spezieller Filmvertonungen.  

Musik und ihren visuellen Aspekten" widmet sich dieses Jahr das Festival Wien Modern, und dass es dabei auch um das Verhältnis von Laufbild und Musik geht, ist wenig überraschend. Im Vordergrund steht dabei jedoch weniger die Analyse oder Neubewertung des klassischen film scoring - des "hörbar Unhörbaren", wie es der Filmtheoretiker und Komponist Michael Palm nennt -, sondern vielmehr die Aufführung (radikal) kontrapunktisch gedachter Tonkompositionen, die dem behaupteten Primat des Visuellen über das Akustische Paroli zu bieten trachten.

  Als "Musik zum Film, kein Synchron-Gedoppel" bezeichnet beispielsweise Wofgang Rihm seinen "bewegten Klang" zu Luis Buñuels legendärem "Un chien andalou" (1929); der Berliner Elektroniker widmet sich mit Fritz Langs "Metropolis" (1927) ebenso der Livevertonung eines Stummfilmklassikers wie der Komponist und Organist


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