Seele, Soul & Sehnsucht

ROBERT ROTIFER | Kultur | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

MUSIK. Die Band Starsailor schöpft aus den spirituellen Wurzeln ihrer nordwestenglischen Heimat. 

Zu Zeiten, in denen der Hang zum Derivat regiert, sollte es nach allen Regeln der Kunst eigentlich ein grober Fehler sein, eine Band nach einer der bekanntesten Platten ihres größten Vorbilds zu benennen (in diesem Fall Tim Buckleys "Starsailor" von 1970). Das Innencover des Starsailor-Debütalbums "Love Is Here" geht sogar noch einen Schritt weiter: Hinter der Band, die sich nach einem Auftritt im Backstage-Raum erschöpft in den Armen liegt, hängt ein Foto des jungen Bob Dylan an der Wand, darunter steht mit Filzstift "great man" dazugekritzelt, daneben ein Bild von Van Morrison. "Wenn wir auf Tour sind, hängen wir Bilder unserer Helden in der Garderobe auf", bekennt Bassist James "Stel" Stelworth.

  Aber der direkte Vergleich seiner Band mit diesen großen Namen führt auf die falsche Fährte. Starsailors Wurzeln liegen woanders, geographisch gesehen im englischen Nordwesten, irgendwo

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