AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 45/01 vom 07.11.2001

Das Theater gehört ins Museum." Seltsam, wenn ein solcher Satz von einem Theatermann geäußert wird. Carl Hegemann ist Dramaturg an der Volksbühne in Berlin. Seine Einsicht, dass die Schöpfung nicht mehr in Gottes Hand oder "im handwerklichen Fantasieraum des Theaters" stattfindet, sondern "biotechnologisch und digital angegangen" wird, hat zwar nicht zur Schließung der Volksbühne, immerhin aber zum Versuch geführt, diese zum "kleinen, populär-elitären Medienkonzern" umzustrukturieren. Dafür stehen jene Diskussionen und Beiträge, die unter dem Motto "Kapitalismus und Depression" die theatralische Arbeit von Intendant Frank Castorf begleiten und auch gedruckt vorliegen. Drei liebevoll und unprätentiös gemachte Büchlein, die jenen Horizont zwischen Biotechnikdebatte, Medientheorie und Ökonomiekritik eröffnen, in dem sich wahre Zeitgenossenschaft heute (angeblich) ereignet. Darin findet sich u.a. ein hoch spannender Beitrag des französischen Soziologen Alain Ehrenberg zum


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