Eine Zumutung?

Politik | NINA HORACZEK und EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

ARBEITSLOSE. Immer mehr Österreicher gehen stempeln. Bald werden sie fast jeden Job annehmen müssen. Gleichzeitig wird die Beratung schlechter. Ist das notwendig?  

Gusenbauer ist sauer. Weil die Angestellten schon alle weg sind und er keine Hilfsarbeiter findet, muss der Chef am späten Nachmittag die liegen gebliebene Arbeit selbst erledigen: "Die meisten Leute, die uns das Arbeitsamt schickt, wollen ja gar nicht hackeln", klagt Gusenbauer und kratzt sich an seiner Geheimratsecke. Was hat er sich von diesen Tachinierern nicht schon alles anhören müssen: "Ich habe Gicht", "im Winter kann ich nicht vor zehn Uhr aufstehen", "ich muss zuerst mein Haus fertig bauen" oder, besonders beliebt: "Ich bin allergisch." Alles nur Ausreden, meint Gusenbauer: "Die haben Angst, dass sie mit dem Pfuschen nicht mehr z'amm kommen." Wer arbeitslos ist, sei selber schuld: "Ein guter Mann findet immer Arbeit", glaubt Gusenbauer: "Aber wenn einer ein Taugenichts ist, dann hilft nur mehr Druck."

  Franz


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