Verbannung des Dichters

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

POLIZEI. Die Fremdenpolizei steckt den Schriftsteller Charles Ofoedu in Schubhaft, obwohl der Verfassungsgerichtshof noch in der Sache berät. 

Der Beamte der Wiener Fremdenpolizei griff ordentlich in die Tasten, um seine "Ermessensentscheidung" zu begründen. Weil Charles Ofoedu eine "schwerstkriminelle Tätigkeit" im "Drogenmilieu" ausgeübt habe, müsse ein Aufenthaltsverbot verhängt werden. Zehn Jahre darf der Schriftsteller, der Bücher im Mandelbaumverlag und Czernin-Verlag herausbrachte, nicht mehr nach Schengenland reisen. Vergangenen Sonntag klopfte die Fremdenpolizei an die Zimmertür des Nigerianers. Um sein "Untertauchen" zu verhindern, wurde Ofoedu überraschend festgenommen. "Wir buchen die Tickets, Herr Ofoedu wird abgschoben", meint Stefan Stortezky, Chef der Wiener Fremdenpolizei, "das Aufenthaltsverbot ist rechtskräftig".

  Rechtlich mag das stimmen. Doch Ofoedu hatte am 31. Oktober eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingereicht. Theoretisch könnte das Höchstgericht


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