GEORGES APERGHIS: "Augenmusik" bei Wien Modern

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

Es stimmt, dass der Komponist Georges Aperghis außerhalb Frankreichs und speziell in Österreich selbst unter Insidern noch kaum ein Begriff ist; ob das wirklich "ein großer Fehler" ist, wie die Dramaturgen von Wien Modern meinen, kann man nun gleich bei vier Konzerten selbst überprüfen: Dem 56-jährigen Griechen, der seit Anfang der Sechzigerjahre in Paris lebt, widmet das Festival eine eigene Porträtreihe; das ist nicht nur eine interessante Ergänzung zum letztjährigen Frankreich-Schwerpunkt mit musique spectrale, sondern passt auch gut ins aktuelle Festivalmotto "Musik und ihre visuellen Aspekte" - denn Aperghis' Musik stünde meist "in enger Verbindung zum Theater und zur Malerei", sagen die Veranstalter.

  Zu hören gibt es jedenfalls neben zahlreichen Solo-, Kammermusik- und Chorwerken in österreichischer Erstaufführung zwei von Didi Bruckmayr visualisierte Vokalstücke (16.11., siehe oben) sowie eine Uraufführung (20.11., "Petrrohl") nach Texten des Art-brut-Künstlers Adolf Wölfli, dem seinerseits ein eigener Schwerpunkt bei Wien Modern gewidmet ist. Als Highlight wird "Machinations" (17.11.) angekündigt, ein Musiktheater für vier Frauenstimmen, Live-Elektronik und Videoprojektionen, das letztes Jahr in Witten uraufgeführt wurde.

George Aperghis bei Wien Modern:

Am 15.11. ("Récitations"), 16.11. ("Galerie III") und 20.11. ("Augenmusik"), jeweils 20 Uhr, im Konzerthaus und am 17.11. ("Machinations"), um 18 und 21 Uhr, im Odeon. Ein Künstlergespräch findet am 16.11., 18 Uhr, im Konzerthaus statt.

Genaue Informationen finden Sie im "Falter"-Lexikon.

Karten: www.wienmodern.at oder Tel. 24 20 02.


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