Eine Reise durch die Nacht

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

FILM. In seinem jüngsten, mit der "Goldenen Palme" ausgezeichneten Film "Das Zimmer meines Sohnes" spielt Nanni Moretti einen Psychoanalytiker, dessen Sohn tödlich verunglückt. 

Wir können im Leben nicht alles selbst bestimmen." Ein Satz wie aus dem Lehrbuch. Giovanni Sermonti, ein Mann in den späteren Vierzigern, glücklich verheiratet, zwei Kinder, ist Psychoanalytiker von Beruf. Die schmucklos eingerichtete Praxis liegt direkt neben seiner Wohnung, die Arbeit ist vom Privatleben nur durch eine Tür getrennt; seine Patienten können sich auf ihn verlassen. Immer, sogar am Wochenende. Auch ein Weg, um dem eigenen Leben davonzulaufen (und das buchstäblich) - Giovanni, der Workaholic, dreht täglich seine Laufrunden.

  An einem Sonntag ereignet sich die Tragödie. Eigentlich wollte Giovanni mit Andrea, seinem Sohn, zum Joggen gehen, als ihn der verzweifelte Anruf eines Patienten erreicht. Dem achtzehnjährigen Buben kommt das nicht ungelegen; er hatte sich ohnedies schon mit ein


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