Therapie zwecklos

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

THEATER. Wie gehts dem neuen Drama? Ein Krankenbesuch bei aktuellen Stücken von Eberhard Petschinka, Wilhelm Pevny und Martin G. Wanko. 

Das Theater ist ein schwerfälliges Medium: Von der ersten Idee bis zur ersten Vorstellung vergehen meist Monate, wenn nicht Jahre. Dabei ist das Theater doch eigentlich die unmittelbarste, gegenwärtigste aller Kunstformen: Es existiert entweder live oder gar nicht. Ein merkwürdiger Widerspruch, der das Theater immer dann besonders alt aussehen lässt, wenn es partout brandaktuell sein möchte. Dass das zeitgenössische Drama permanent kränkelt, liegt also in der Natur der Sache. Wie geht es dem Patienten? Eine Visite an drei Wiener Bühnen bei drei neuen Stücken von österreichischen Autoren aus drei Generationen soll Aufschluss geben.

  Erster Krankenbesuch: "der blutige ernst" von Eberhard Petschinka im Kasino am Schwarzenbergplatz. Ein schwieriger Fall: Der Blick ins Manuskript verrät, dass der Autor neben kleinen Wehwehchen (konsequente Kleinschreibung,

  926 Wörter       5 Minuten
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