Von nichts kommt nichts

HELMUT PLOEBST | Kultur | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

TANZ. Die außergewöhnliche belgische Truppe Les Ballets C. de la B. gastiert mit dem jungen, coolen Stück "Rien de Rien" im Tanzquartier. 

Hoch über allem Geschehen thront der Cellist auf seinem Podest. Die Musik spielt in "Rien de Rien" eine besondere Rolle; sie zieht sich wie ein akustisches Gewächs durch den Bühnen- und Publikumsraum, umschlingt die Tänzerinnen und Tänzer oder schwebt über ihnen wie ein Tonblätterdach, in dessen Schatten irritierende Aktionen durchgeführt werden. Zwei junge Frauen pflanzen sich vor den Zuschauern auf und rattern im Chor einen von vielsagenden Gesten begleiteten Text herunter: ein perfektes Duett, eine überraschende Geschichte. Sie ist so wichtig, dass sie nochmals erzählt werden muss, doch diesmal ohne Text. Die Tänzerinnen wiederholen lediglich exakt die exaltierten Gesten, das Auditorium rekonstruiert das soeben Gehörte aus ihrer Körpersprache.

  Der 1976 in Antwerpen geborene Choreograph Sidi Larbi Cherakoui konstruiert "Rien de

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