AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

Für den deutschsprachigen Raum ist der aus Triest gebürtige und auch heute noch dort lebende Schriftsteller Boris Pahor eine späte Entdeckung. Vor vier Jahren kam der Roman "Kampf mit dem Frühling" heraus, nun ist das bereits 1967 im slowenischen Original veröffentlichte Buch "Nekropolis" erschienen, in dem der 1944 von der deutschen Geheimpolizei aus nichtigem Anlass verhaftete und nach Dachau deportierte Autor seinen 15 Monate währenden Aufenthalt in der über ganz Europa verzweigten Todesstadt verarbeitet. Pahor, der nach Dachau in den KZs von Natzweiler, Dora-Mittelbau, Harzungen und Bergen-Belsen interniert war, beschreibt diese Zeit der permanenten Konfrontation mit dem Sterben aus zeitlicher Distanz: Den Rahmen des Romans bildet ein Besuch, den der Icherzähler der Gedenkstätte Natzweiler abstattet, ein Ort, an dem "das menschliche Böse den menschlichen Schmerz besiegt und dem Verrecken das Siegel der Ewigkeit eingeprägt hat".

  Wer überleben wollte, musste sich auf die


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