Stadtrand: Learning from Dornbirn

Stadtleben | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

Der Türkenschanzpark hat eine feine Hundezone. Dort kacken übergewichtige Riesen-Rottweiler-Rüden alles so voll, dass es eine Freude ist. Blöd nur, dass sich freundliche Dackel dort gar nicht mehr hineintrauen - die kacken dann lieber am Gehsteig, der sowieso ein einziger Hundstrümmerl-Boulevard ist, was dem Herrli/Frauli total wurscht ist: So wars hierzustadt immer, so wirds immer sein. Daran hat nicht einmal Zilks Hundekot-Kommisson etwas ändern können. Falsch! Denn in Wien passiert jetzt immer öfter Seltsames: Flockis kacken aufs Pflaster, ihre Besitzer klauben das Geschäft mit einem Sackerl auf und entsorgen es - ordentlich, kultiviert, rücksichtsvoll. Unglaublich. So etwas sah man bislang nur in der alemannisch sauberen Atmosphäre der Vorarlberger Kleinstädte, wo zum Beispiel in Dornbirn Hundehaufen-am-Gehsteig-lassen gesellschaftlich noch schlimmer geächtet wird als Am-Sonntag-nicht-in-die Kirche-gehen. Gut für die Wiener, dass sie sich einmal etwas Gescheites von Vorarlberg abschauen. Am Alsergrund hat man jetzt übrigens auch erkannt, dass die Zeit für eine Hundekotlösung reif ist. Die engagierten Menschen von der Agenda 21 rufen zum "Hundedialog" im Bezirk auf. Wie wärs vorher noch mit einer Fact-Finding-Mission in Dornbirn? J. O.


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