Spannendes Feld

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 46/01 vom 14.11.2001

STADTÖKOLOGIE. Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt befasst sich mit Wien und dem, was hier lebt und gedeiht. 

Wien weist eine außergewöhnliche Artendichte auf. In der Stadt gibt es 29.000 verschiedene Tierarten - vom seltenen Spinnentier in Gewölben bis zur verwilderten Zuchttaube. Von den 4000 Schmetterlingsarten in Österreich sind 2500 auch in der Hauptstadt zu finden. Erstmals wissenschaftlich erforscht im Sinne einer Stadtökologie wurde die "Naturgeschichte Wiens" vor 30 Jahren. Das gleichnamige Werk erschien Anfang der Siebzigerjahre, seither hat sich in der Auseinandersetzung mit dem Themenbereich Umwelt und Natur viel verändert. Die Umwelt und ihre Zerstörung durch den Menschen ist in den letzten Jahren regelrecht zur Bedrohung geworden - auch in der Stadt. Ein interdisziplinäres Publikationsprojekt, initiiert von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, will jetzt Forschungsergebnisse zusammenbringen, die sich mit Wien und dem, was in der Stadt wächst und gedeiht, auseinander setzen. "Wien - Umwelt" soll das zweibändige Werk heißen, an dem mehr als hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus natur- wie aus kulturwissenschaftlichen Fächern beteiligt sind.

  Das Projekt will - ausgehend vom aktuellen Stand der Forschung - eine neue Umweltgeschichte der Stadt schreiben. Band 1 widmet sich dem Thema "Landschaft und Ökologie" und beschreibt Wiens ökologische Sonderstellung am Schnittpunkt mehrerer Großlandschaften. Band 2 konzentriert sich auf die Wechselwirkungen von Natur und Gesellschaft im Wiener Raum. Was nach schwerer Kost klingt, wird aber nicht nur für Experten gemacht, sondern richtet sich vor allem an eine breite Öffentlichkeit, die sich für das Spannungsfeld Stadt, Gesellschaft und Umwelt interessiert. Das Mammutprojekt braucht allerdings noch Zeit: Die Bände sollen 2003/2004 erscheinen.


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