"Sie lassen die Sau raus"

Politik | ARMIN THURNHER und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 47/01 vom 21.11.2001

TSCHECHIEN. Fürst Karl Schwarzenberg, ehemaliger Kabinettschef von Vaclav Havel, über seinen begrenzten Einfluss, tschechische Braunkohle, längst fällige Entschuldigungen, die Korruption im Nachbarland und darüber, was er von den Bordellbesuchen der Österreicher an der Grenze hält. 

Wenn Fürst Karl Schwarzenberg im Kaminzimmer seines Palais im dritten Bezirk über die letzten Wochen der österreichischen und tschechischen Innenpolitik nachdenkt, fühlt er sich an das Nestroy-Stück "Judith und Holofernes" erinnert: "Wer ist stärker - i oder i?", fragt sich dort ein Böhm. "Für unser Verhältnis", spottet Schwarzenberg, während er an seiner Pfeife zieht, "müsste es mittlerweile eigentlich heißen: ,Wer ist blöder - i oder i?'"

  Der 64-jährige Schwarzenberg war Anfang der Neunzigerjahre ein enger Berater von Vaclav Havel, bis heute ist er mit dem tschechischen (parteifreien) Präsidenten gut befreundet. Anfang der Siebzigerjahre half der Fürst bei der Gründung des trend/profil-Verlages,


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