FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 47/01 vom 21.11.2001

Harald Schmidt ist groß. Spätestens seitdem er sein Publikum mit faden Dias von deutschen Flüssen unterhält, ist das klar. Da scheißt einer auf die Quote, auf seinen Marktanteil bei der wichtigsten Zielgruppe der TV-Macher ("14-49-Jährige: 0,69 Millionen, 13,8 Prozent Marktanteil, meisterlicher Marktführer!", wird auf der Homepage selbstironisch gejubelt), auf Konventionen des Unterhaltungsfernsehens. Gut, auch das ist eine Masche und vor sechs Jahren, als Harald Schmidt mit seiner Show begann, war er halb so cool: Da hat er sich noch Gedanken darüber gemacht, ob er die 1-Millionen-Grenze täglich schafft, und seine Frisur war lange nicht so schick wie heute. Aber nach 1000 Shows und TV-Sternstunden wie damals, als Visconti-Veteran Helmut Berger mit ihm geflirtet hat, spielt der Mann in seiner eigenen Liga. Die Jubiläums-Show war dementsprechend unaufgeregt, mit denkbar unwichtigen Gästen (RTL-Moderator, Bravo-TV-Tussi) machte Schmidt auf Understatement. Der Mann lässt sich nicht einmal von Helmut Zilk in seinen "Lebenskünstlern" - niedercharmieren - dafür mag ich ihn. Fast so gerne wie Tony ("Die Sopranos", Samstags, 23.15 Uhr, ZDF).


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