Stadtrand:Klingeln bei Namenlosen

Stadtleben | aus FALTER 47/01 vom 21.11.2001

Das Stadtleben hat so seine Tücken. Namen zum Beispiel. Da Freunde und Bekannte normalerweise nicht mit Nachnamen angesprochen werden, sind im Freundes- und Bekanntenkreis meist die Vornamen geläufiger (es sei denn, es gibt einmal wieder zu viele Christians oder Olivers). Zum Problem wird die allgemeine Nachnamenlosigkeit allerdings, wenn du Freunde und Bekannte privat heimsuchst. Wer da den richtigen Klingelknopf finden will, muss schon den Gastgeber beim Familiennamen kennen. Schwieriger wirds, wenn die zu Besuchenden unter falschem Namen residieren. Dass ich bei "Koller" klingeln muss, wenn ich Familie B. besuche, kann ich mir gerade noch merken. Wenn ich bei Frau M. vorbeischau, muss ich jedes Mal anrufen, um zu erfahren, dass auf der Klingel "Promberger" steht. Die aktuelle Steigerung sind die Zugangscodes, die Menschen mit Anhang in ganz modernen Wohnbauten in die Tastatur tippen müssen. So wie beim Bankautomaten. Bitte Code eingeben. E.s vierstellige Berechtigungszahl kann ich schon auswendig. Hoffentlich vergesse ich jetzt nicht meinen Bankomatcode.

Dabei könnte die Klingelwelt doch so einfach sein: Besucht man zum Beispiel den amtierenden Mr. Leather zu Hause, gibts kaum Anläut-Schwierigkeiten. "Leather" steht da am Klingelbrett. Cool. C.W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige