NS-AUFARBEITUNG: "Arisiert", verschleudert und abgepresst

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

Achtzig Prozent der 200.000 in Österreich lebenden Juden wohnten 1938 in Wien. Nicht wenige davon hatte der starke Antisemitismus am Land schon vor der NS-Zeit in die anonyme Großstadt flüchten lassen. Bevor die Nazis die Macht übernahmen, war Wien eine der reichsten jüdischen Gemeinden Europas. Mehr als neunzig Synagogen und Betstuben gingen dann in Flammen auf, Schulen und über neunzig Prozent der Kultgegenstände wurden zerstört, 600 Vereine, 200 Stiftungen und Fonds aufgelöst oder "arisiert". Alles in allem wurde Eigentum in der Höhe von etwa sieben Milliarden Schilling zerstört, sagt der Präsident der Wiener Kultusgemeinde Ariel Muzicant. Aber nicht nur in Wien liquidierten die Nazis die jüdische Gemeinde. Von insgesamt 34 Kultusgemeinden sind in Österreich nur fünf übrig geblieben. - Genau um dieses entzogene Vermögen verhandeln seit Montag die Landeshauptleute mit Muzicant und seiner Delegation.

  Der Hintergrund: Während der Verhandlungen in Washington im vergangenen

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