Wertungen und Exzesse

FLORIAN KLENK | Politik | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

JUSTIZ. In Andreas Mölzers Blatt "Zur Zeit" wird einem jüdischen Journalisten unterstellt, eine "Menschenhatz eröffnet zu haben, die bis zum Tod des Gehetzten gehen sollte". Die Justiz findet nichts dabei und verwehrt dem Journalisten seinen guten Ruf. 

Muss sich ein jüdischer Journalist den Vorwurf gefallen lassen, einen Menschen in den Tod getrieben zu haben, wenn er über rechtsextreme Umtriebe eines Politologen berichtet?

  Es sieht so aus. Die Justiz hat soeben einen Rechtsstreit beendet. Der jüdische Journalist Karl Pfeifer kann es kaum fassen: "Der Fall charakterisiert die Richtung, in die dieser Staat geht", meint er. Das Urteil, das Karl Pfeifer nun vom Oberlandesgericht Wien zugestellt bekommen hat, hat es tatsächlich in sich. Richterin Doris Trieb stellt auf 14 Seiten klar, dass es sich ein Journalist, der einen rechtsextremen Professor kritisiert, gefallen lassen muss, als Menschenhetzer und Mörder bezeichnet zu werden.

  Die Vorgeschichte: Im "Jahrbuch für politische

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