STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

Neben skandinavischen Produktionen laden diese Woche auch zwei südosteuropäische Nationen dazu ein, ihr Filmschaffen kennen zu lernen. Bis Samstag, den 1.12., zeigen das Belgrader Filminstitut und das Filmarchiv Austria unter Patronanz der jugoslawischen Botschaft eine Auswahl aktueller jugoslawischer Spiel- und Dokumentarfilme. "Neues Kino aus Serbien" dokumentiert anhand von Produktionen der letzten drei Jahre (populäre) Befindlichkeiten und künstlerische Überlebensstrategien im Zeichen des MilosÇevic´-Regimes und der NATO-Aktionen gegen das Land. Interessant ist in dieser Hinsicht vor allem der Essayfilm "Serbien im Jahre Null" ("Srbije godina nulte") von Goran Markovic; des Weiteren werden die zwei Regiearbeiten des jugoslawischen Schauspielstars Ljubisa Samardzic (hierzulande durch Goran Rebics "Jugofilm" bekannt) gezeigt. Im Anschluss an die Vorstellungen im Imperialkino gibt es die Gelegenheit, mit den Filmemachern zu diskutieren; der Erlös des Festivals kommt Flüchtlingswaisen in der Jugoslawischen Bundesrepublik zugute. Der Eröffnungsfilm, die Kriegsfarce "War Live" ("Rat uzivo") von Darko Bajic, ist ab 30.12. regulär im Cinestar zu sehen.

  Die geringe Bekannteit des serbischen Kinos erreicht das griechische Filmschaffen hierzulande locker. Dem tritt ab 30.12. erstmals die "Griechische Filmwoche in Wien" entgegen. Die Organisatoren spannen in ihrem Programm einen weiten Bogen von den nationalen Publikumserfolgen der Fünfzigerjahre über Satiren aus der Zeit der Militärdiktatur bis zu den Arthouse-Erfolgen eines Theo Angelopoulos. Da Letztere ja sowieso oft genug zu sehen sind, empfiehlt es sich vielleicht, anderen Produktionen eine Chance zu geben: Im (krisengebeutelten) nationalen Markt Achtungserfolge, sind die aktuellen Filme der Reihe außerhalb Griechenlands praktisch nicht zu sehen.


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