Beim Barte des Poeten

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

FILM. Der vor einem Jahr verstorbene H.C. Artmann ist im Kino und Fernsehen in zahlreichen Rollen zu sehen. 

Als vor einem Jahr H.C. Artmann verstarb, ging der österreichischen Literatur nicht nur einer ihrer wichtigsten Dichter, sondern auch der wohl bedeutendste Dichterdarsteller verloren. In dem Fernsehfilm "der wackelatlas", in dem Emily Artmann und Katharina Copony mit ihrem Vater respektive Onkel kurz vor dessen Tod am 4. Dezember 2000 über das Dichten und das Leben sprachen, ist davon nicht viel zu merken: Mit gleichmäßig leiser Stimme antwortet Artmann auf die aus dem Off gestellten Fragen. Es gibt nur wenige Einstellungen, und zwischen den Schnitten verharrt die Kamera unbewegt auf dem bartverstrüppten Gesicht des Autors. Der spröde Minimalismus macht auch den Charme des Filmes aus: Der Dichter raucht und redet, trägt hin und wieder ein paar Kinderreime vor. Wir erfahren unter anderem, dass er gleichzeitig Wurstsemmeln verzehren, Musik hören und dichten konnte; dass er


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige