OHREN AUF! Rattle als Prophet

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

Wir werden noch viele Konzerte gemeinsam spielen." Dieser Satz wurde 1990 dem damals knapp 20-jährigen Lars Vogt von jenem Dirigenten zugeraunt, der ihn in der Finalrunde des Klavierwettbewerbs in Leeds gerade durch Schumanns Klavierkonzert begleitet hatte: Simon Rattle. Seitdem wird dem jungen deutschen Pianisten eine ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit in der Musikwelt zuteil, zumal Rattle seine Prophezeiung ziemlich bald wahr machte: unter anderem mit einer Einspielung der Klavierkonzerte von Edvard Grieg und Robert Schumann (bei EMI, Rattles Label, dem auch Vogt seither exklusiv verbunden ist).

Umso sympathischer also, dass Vogt es mit seiner Karriereplanung trotzdem angenehm ruhig anging. Von exzessiver Wunderwuzzi-Selbstdarstellung sah er ab, statt dessen folgte einer noch etwas fingersteifen Aufnahme von Schumanns "Kreisleriana" eine beeindruckende Einspielung von Ludwig van Beethovens Klavierkonzerten Nr. 1 und 2 - wieder mit Rattle und seinem City of Birmingham Symphony Orchestra.


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