Hinterm Waschbrettbauch ...

Kultur | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

LITERATUR ... ist gar nichts, da ist nichts und da war nichts. Bücher über Männer, die sich hinter ihrem durchtrainierten Körper verstecken, sich im Fantastischen oder in der New Economy verlieren.

Männer sind das schwache Geschlecht; deshalb lassen sie die Muskeln spielen. Siegfried, der sich seine Muskulatur zusätzlich durch Drachenblut härten ließ, muss einer der Schwächsten gewesen sein. Und Philipp, der Held des Romans "Ego", ist ein Monster an Schwäche. Er hat sein Ich in das Muskelrief seines Körpers ausgelagert, das er vom Aufwachen bis zum Einschlafen trainiert. Dahinter sitzt nichts als ein großer Klumpen Angst. Sein Körpernarzissmus blockiert sein Sozialleben, die Fähigkeit zu lieben ebenso wie die, den Alltag überhaupt noch wahrzunehmen. Erstaunlich, dass er überhaupt noch berufsfähig und immerhin so liebenswert ist, dass eine Vertreterin des starken Geschlechts sogar ein Kind von ihm will. Gelegentlich macht Philipp Liebeserklärungen oder möchte Menschen


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