Feuer im Hirn

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 48/01 vom 28.11.2001

THEATER. Die Shoa als Salonstück, orthodoxe Juden auf der Suche nach dem Stück ihres Lebens: Beim israelischen Akko Theater geht es ums Ganze. 

Das geht nicht. Das geht zu weit. Solche Einwände bringen Moni Yossef erst richtig auf Trab; unter dem Motto "Das werden wir schon sehen" hat er schier Unglaubliches zuwege gebracht: Da war beispielsweise das Problem mit den Frauen. Strenggläubige jüdische Männer dürfen nicht mit fremden Frauen sprechen. Schon gar nicht auf der Bühne. Eigentlich haben religiöse Juden am Theater überhaupt nichts verloren. Und wenn sie es doch einmal wagen, muss ihr Schauspiellehrer dann ausgerechnet ein Araber sein?

  Solche vertrackten Konstellationen sind ganz nach dem Geschmack des 44-jährigen Regisseurs und künstlerischen Leiters des Akko Theater Centers. Für ihn war es ein echter Glücksfall, als acht Yeshiva-Absolventen einer jüdisch-orthodoxen Religionsakademie sich mit dem Wunsch, ein Theaterstück aus den Erfahrungen ihres Lebens zu machen,


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