VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

... beantworteten V. Erhard und E. Haider folgende Frage: "Welche Wohnungen sind die teuersten?"

Nicht, wie man annehmen könnte, die neuen Eigentums- und Genossenschaftswohnungen, bei denen nur die Erwerbsausgaben, das heißt die einmalige Aufbringung von Geldmitteln, hoch sind, die sich jedoch im Laufe der Jahre amortisieren und zudem eine Geldanlage darstellen. A la longue sind es Mietwohnungen von Wohnungseigentümern, Untermietwohnungen und Altbauhauptmieten mit freier Mietzinsvereinbarung, die, umgelegt auf den Quadratmeterpreis, am teuersten sind. Unter 20 Quadratmeter ist in Wien auf dem freien Wohnungsmarkt überhaupt keine Wohnung zu finden (mit Ausnahme von Substandard). Die Bundesinnung der österreichischen Immobilienmakler hat einen Preisspiegel für frei vereinbarte Mieten in Altbauwohnungen erstellt, die zwar, je nach Lage, regionalem Standort und Ausstattung, zwischen öS 20,- und 80,- pro Quadratmeter variieren, jedoch bei einem Mittel von rund öS 30,- anzusetzen sind. Schlägt man nun rund 100 Prozent auf die Grundmiete auf, so kann man annehmen, dass in Wien der Bewohner einer Altbauwohnung an monatlichen Gesamtkosten rund öS 60,- bis 80,- pro Quadratmeter bezahlt. Das entspräche einer durchschnittlichen Wohnungsmiete von rund öS 5500,- bis 6500,- für eine Durchschnittswohnung (Stand '81).

  Wer sich also keine Eigentums- bzw. Genossenschaftswohnung leisten kann, leider keinen Anspruch auf eine Gemeindealtbauwohnung hat oder noch immer auf die mietengeschützte Wohnung der Großmutter wartet, der muss sein Wohnungsscherflein weiterhin monatlich bezahlen.


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