"Eine Frage der Optik"

Medien | ARMIN THURNHER | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

GESPRÄCH. Alles ist neu beim ORF: Gesetz, Struktur, Stiftungsrat. Am 21. Dezember wird ein neuer Generaldirektor gewählt. ORF-Generalintendant Gerhard Weis lässt noch offen, ob auch er sich um diesen Posten bewirbt. 

Er wirkt besorgt. An einem grauen Novembermorgen, vielleicht wenige Wochen vor seiner Zwangspensionierung durch Abwahl, sieht Gerhard Weis große Schwierigkeiten auf sein Unternehmen zukommen. Er hat sich teilweise vehement hinter seine Redaktionen gestellt, als der politische Druck stark wurde ("Nicht beißen, nicht füttern, nicht in den Käfig gehen" lautete sein Rat im Umgang mit Schwarz-Blau). Er hat sich lautstark gegen das neue ORF-Gesetz ausgesprochen ("Das war meine Aufgabe als ORF-Chef", sagt er heute dazu). Nun sieht er Erlösausfälle in Milliardenhöhe auf den ORF zukommen. Der politische Zugriff auf das Unternehmen wird nicht nachlassen, die versprochene Entpolitisierung sieht er mehr als skeptisch. Dennoch, wenn man ihm zuhört, spürt man wenig von Resignation.


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