PRESSESCHAU

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

Es gibt Menschen, die sagen einem nie die Wahrheit ins Gesicht. Hans Dichand ist nicht so einer. Der sagt, was er sich denkt. Und zwar nicht nur ins Gesicht, sondern ganz öffentlich. "Was haben Sie sich dabei gedacht, Herr Bundeskanzler?", fragte der Kleinformat-Chef Wolfgang Schüssel, als dieser Neutralität und Mozarktkugeln verglich. Und zwar nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern in einem offenen Brief, den er in Form der Kronenzeitung in allen österreichischen Trafiken auflegen ließ. "Temelin: Das Volk soll entscheiden", dachte sich der Krone-Herausgeber kürzlich - und schwupps war es schon eine Titelschlagzeile. Am Wochenende riss Dichand aber endgültig die Geduld. Für die die Verunglimpfung der Mozartkugeln hatte sich Schüssel zwar - natürlich in der Krone - entschuldigt, das Volk will er aber nicht über ein Veto gegen Temelin entscheiden lassen. Und dann findet Schüssel auch noch eine Einigung mit Tschechien. "Das ist zu wenig, Herr Bundeskanzler!", polterte der Krone-Chef zornig los. Herr Bundeskanzler, geben Sie Dichand bitte ihre Telefonnummer. Damit er endlich einmal persönlich mit Ihnen schimpfen kann.


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