Kommentar: Fänger im Roggen, Faust im Nacken

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

Wahrlich, wir leben in unsicheren Zeiten. Da tut es gut, wenn man was hat, woran man sich festhalten kann. Bücher, die auf ein paar Hundert Seiten das Basiswissen oder die Basisbildung fürs 21. Jahrhundert bereithalten, verkaufen sich prächtig, und die so genannte "Kanondebatte" taucht seit Jahren mit großer Verlässlichkeit immer wieder auf: US-amerikanische Campus-Kämpfe, in denen sich das "abendländische" Erbe dem Vorwurf des Ethnozentrismus ausgesetzt sieht; eine von der Zeit initiierte Debatte und nun auch eine Initiative von "Treffpunkt Kultur" und profil, die einen Kanon von "Klassikern fürs Leben" zunächst von einer Jury erstellen ließen und nun unter Publikumsbeteiligung (profil@telekurier.at) nachjustieren lassen.

Dergleichen ist naturgemäß fragwürdig. Wer einen Kanon mit gerade einmal 50 Büchern erstellt, bettelt sozusagen um Ohrfeigen und kriegt diese natürlich auch. "Die Fellners ranken nie unter 100", ätzte Günter Traxler in seinem "Blattsalat" und vermisste


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