Wunschloses Unglück

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

THEATER. Am 7. Dezember wird der 200. Geburtstag von Johann Nepomuk Nestroy gefeiert. Dass der Jubilar ein genialer Autor war, ist längst unbestritten. Im Theater sieht er meistens trotzdem ziemlich alt aus. 

Man muss sich das einmal vorstellen: Da steht der 200. Geburtstag des wahrscheinlich bedeutendsten Dramatikers des Landes ins Haus, und die Wiener Theater tun so, als wäre nichts. Zu ihrer Entschuldigung muss man dazu sagen, dass an allen großen Bühnen derzeit mindestens ein Stück von Johann Nestroy auf dem Spielplan steht - nur dass das ohnedies immer der Fall ist. Der Jubilar macht es seinen Gratulanten wirklich nicht leicht: Was soll man jemandem schenken, der eh schon alles hat? Das nahe liegendste und sinnvollste Präsent für einen in die Jahre gekommenen Theaterautor - die Aufführung, womöglich gar Wiederentdeckung seiner Werke - fällt jedenfalls flach.

  Bleibt die historisch-kritische Gesamtausgabe, die in solchen Fällen auch gern auf den Gabentisch gelegt wird.


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