This is Hardcore

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

FILM. Mit "Dead or Alive" legt der japanische Regiewüstling Takashi Miike einen unversöhnlichen, apokalyptischen Polizistenthriller vor. 

Der Filmvorführer ist nicht betrunken", heißt es im sanft delirierenden Trailer zu Woody Allens neuem Film. Keine Sorge: Hätten wir nie vermutet. Bei "Dead or Alive" ist das etwas anderes. Das Saallicht geht aus, das Bild erscheint, zitternd und zerkratzt. Zwei Männer hocken an einem grauen Flußufer, blicken direkt in die Kamera und zählen einen Einsatz ein, als gäben sie ein Rockkonzert: "One, two, three, FOUR!" Falsche Rolle erwischt? Denkste. Was folgt, ist dröhnender Schweinerock und ein Kaleidoskop gewalttätiger, schreiender Vignetten aus dem Nachtleben von Tokio: Stripperinnen zucken im Scheinwerferlicht, zwei Männer treiben es auf einem Pissoir, ein bebrillter Anzugtyp zieht die längste Kokslinie aller Zeiten, und eine Gruppe Gangster macht sich auf den Weg durch die Nacht. Sechs Minuten und ein Gitarrensolo später sind die meisten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige