Genie statt Dramaturgie

MICHAEL OMASTA | Kultur | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

FILM. Woody Allen steht "im Bann des Jade Skorpion", der Film noir und Screwball-Komödie vereint. 

C.W. Briggs arbeitet als Detektiv für eine große Versicherungsgesellschaft. Selbst die schwierigsten Fälle löst er im Alleingang, indem er sich - getreu dem Motto "It takes one to catch one" - in die Rolle des jeweiligen Diebes hineinversetzt. So auch in dem Fall des verschwundenen Picassos: Wo die "Frau mit Gitarre" versteckt wurde, hat Briggs auf Anhieb heraus - doch um auf dem Porträt etwa die Nase zu erkennen, hat er zwei Stunden gebraucht.

  Ort der Handlung ist New York City, das Jahr 1940 und C.W., daran lassen schon die paar ersten Minuten von "Im Bann des Jade Skorpions" ("The Curse of the Jade Scorpio") keinen Zweifel, ein Auslaufmodell. Seine neue Vorgesetzte zeigt sich vom räudigen Machocharme, mit dem Briggs den jungen Frauen in seiner Abteilung zu imponieren versucht, nur wenig beeindruckt. Im Gegenteil: Betty Ann Fitzgerald, eine Expertin in Modernisierung und Effizienz,

  477 Wörter       2 Minuten
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