Bonjour tristesse

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

KUNST. In der Secession sind derzeit viele schlechte Videos und ein Obdachloser zu besichtigen. Die Ausstellung nennt sich "Ausgeträumt ...". 

Billigtechno aus einer litauischen Tanzschule, das Quietschen einer Wagonette auf einer Bahnlinie in der georgischen Pampa, gemischt mit dem Flirren von einem Dutzend TV-Bildschirmen: Die Secession klingt derzeit wie der Verkaufsraum eines Mediamarktes. Auch visuell wird Tristesse verbreitet, jene desillusionierte Grundstimmung, die laut Katrin Rhomberg, die die Ausstellung "Ausgeträumt ..." kuratiert hat, weite Teile Europas nach dem Zusammenbruch des realsozialistischen Systems befallen hat. Sie findet im audiovisuellen Ambiente der Ausstellung ihren synästhetischen Niederschlag. Dort herrscht jener Schrecken des Amateurvideos und der Handkamera, dort grüßt den Besucher gleich am Anfang des Parcours eine Zweierreihe von Monitoren, die das Elend des verwackelten Videointerviews mit dem Philosophen Boris Groys oder der Filmemacherin Trinh T.


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