Im Nacken die Apokalypse

Kultur | HERBERT OHRLINGER | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

KUNST. Mit einer gelungenen Ausstellung nimmt sich das Jüdische Museum des Expressionisten Ludwig Meidner (1884-1966) an. 

Während sich das breite Publikum in die durchwachsenen Sammlungen des MuseumsQuartiers drängt, macht das Jüdische Museum mit der gelungenen Präsentation eines maßgebenden Repräsentanten der klassischen Moderne auf sich aufmerksam. Erstmals sind in Österreich Gemälde und Grafiken des Expressionisten Ludwig Meidner zu sehen, der auch als Dichter hervorgetreten ist. Ähnlich dem Lokalmatador Oskar Kokoschka prägte der 1884 im oberschlesischen Bernstadt bei Breslau geborene und 1966 in Darmstadt gestorbene, doppelt begabte Künstler in den Zehner- und Zwanzigerjahren das Gesicht der expressionistischen Epoche. Die ausdrucksstarken Porträts seiner Freunde Jakob van Hoddis, Gottfried Benn, Johannes R. Becher und anderer zierten weiland die Buchumschläge und viele Titelblätter wichtiger Zeitschriften - von Franz Pfemferts Aktion bis zu Herwarth Waldens legendärem


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