Erster Orgasmus gesucht

Kultur | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

LITERATUR. Ein Vorarlberger, der sich detailverliebt der Wiener Vorstadt annimmt: Stephan Alfare erzählt in seinen Büchern von abgesoffenen Dichtern, traurigen Frauen und rüden Schlägertypen. 

Stephan Alfare schaut so aus, als ob er mit Vorliebe frisch eingepflanzten Bäumchen ans Leben wollte. Stephan Alfare schaut so aus, als ob dort, wo er hinlangt, kein Gras mehr wüchse. Der Schriftsteller Stephan Alfare, der mit dem Kurz- und Kürzestgeschichtenband "... und so, wie mich alle anstarren, genau so sehe ich aus" (1996) debütierte, als Vorarlberger in Wien lebt, sechs Jahre lang als Sargträger am Ottakringer Friedhof tätig war, gelernter Buchhändler und ein treuer Freund harter Getränke ist, schaut nicht wie 36 aus; auch nicht wie einer jener immer zahlreicher werdenden dichtenden Manager: in jeder Zeitungsredaktion einen guten Freund, bei jedem Symposium einen glanzvollen Auftritt, während jeder Lesereise einen Pulk von Groupies im Rücken - und in jedem Augenwinkel eine bittere


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