Yolanda, Bella, Saratoga

Kultur | aus FALTER 49/01 vom 05.12.2001

LITERATUR. Worüber schreiben ehemalige Teilnehmer am Bachmann-Wettbewerb denn so? Zum Beispiel über schwache Väter, pubertierende Mädchen und jüdische Jazzer.

Als die aus Berlin stammende Regisseurin und Schriftstellerin Jenny Erpenbeck dieses Jahr beim Bachmann-Wettbewerb antrat, war das nicht ganz unriskant, denn als Autorin der "Geschichte vom alten Kind" hatte sie sich schon einen Namen gemacht und war von den Medien dem literarischen "Fräuleinwunder" zugeschlagen worden. Es ist dann aber eh gut gegangen, und mit der nun in dem schmalen Erzählband "Tand" veröffentlichten Story "Sibirien" las sich Erpenbeck auf den zweiten Platz ("Preis der Jury").

  "Sibirien" ist einerseits völlig geradlinig und doch auch über die Bande gespielt: Eine Tochter erzählt vom Vater, der von seiner Mutter erzählt und davon, wie diese, aus der russischen Gefangenschaft zurückkehrend, die Freundin ihres Mannes aus dem Haus wirft. Der Vater der Erzählerin ist voll der Bewunderung für die Kraft

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